Jüdischer Weltkongress empört über Nazi-Literatur

In einem Interview mit der BILD, zeigte sich der Präsident des jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, empört über den Umgang vom Online-Riesen Amazon mit Nazi-Literatur. So sagte er wörtlich: „Es ist verwirrend und beängstigend, dass Amazon im digitalen Zeitalter, in dem wir uns der Gefahren, die durch die Verbreitung von hasserfülltem Material im Internet entstehen können, mehr als bewusst sind, weiterhin den Verkauf eines unbestreitbaren Stücks Nazi-Propaganda erlaubt.“

Hier bezieht sich Lauder konkret auf Kinderbücher die Judenfeindlichkeit offenkundig propagieren. Als Beispiel nennt er das Buch „Der Giftpilz“, welches vom Nazi-Verbrecher Julius Streicher herausgegeben wurde.

Er wundert sich vor allem über eBooks, die für kleines Geld einfach und schnell für jedermann zugänglich sind. „Wie ist es möglich, dass Amazon zugelassen hat, dass solch giftiges Material dessen Filter durchläuft, online veröffentlicht wird und jedem mit einer Kreditkarte, unabhängig von Alter oder Absicht, für 0,99 US-Dollar zugänglich ist?“

Weiter forderte er in dem Gespräch den Amazon CEO Jeff Bezos dazu auf persönlich einzugreifen und den Verkauf solcher Produkte auf seiner Plattform zu verbieten. Der Präsident des jüdischen Weltkongresses fordert einen automatischen Mechanismus, um zu verhindern, dass solche Artikel überhaupt erst auf Amazon angeboten werden können.

Auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster“, forderte auf BILD-Anfrage Amazon dazu auf, endlich etwas zu unternehmen. „Das Amazon auf seiner Plattform solche Bücher anbietet, ist für uns unerträglich“, heißt es in seinem Statement.

Amazon selbst äußert sich zunächst einmal wage über die derzeitige Situation, so heißt es von einem Vertreter des Onlineriesen: „Als Buchhändler sind wir uns der Buchzensur im Laufe der Geschichte bewusst und wir nehmen dies nicht auf die leichte Schulter. Wir glauben, dass es wichtig, Zugang zu Schriften zu erhalten, einschließlich Büchern, die manche als unangenehm empfinden.“