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Belletristik

Belletristik zählt als Überbegriff für verschiedenste Formen der Unterhaltungsliteratur. Im frühen 18. Jahrhundert war dieses Genre hauptsächlich für Leserinnen und Leser interessant, die sich weniger mit Fachliteratur beschäftigen wollten, sondern eher mit modernen Publikationen.

Der Begriff Belletristik stammt von der im 17. Jahrhundert entstandenen französischen Bezeichnung „belles lettres“ ab, was so viel wie „schöne Literatur“ bedeutet. Diese Bezeichnung diente dazu, um literarische, fiktionale und wissenschaftliche, nichtfiktionale Schriften voneinander zu trennen. Außerdem entstand dadurch der Bereich der einfachen, niederen Literatur, zu der zum Beispiel Sagen oder Märchen gezählt wurden. Die schöne Literatur versuchte sich von dieser einfachen Literatur abzugrenzen, indem sie komplexer geschrieben und aufwendiger gestaltet war. Die Inhalte waren fiktional. Demnach werden sämtliche Werke der Belletristik zur Unterhaltungsliteratur gezählt, wie zum Beispiel Romane, Kurzgeschichten, Dramen, Comics oder Novellen. Belletristik war zudem wesentlich teurer. Die Zielgruppe war also die gebildete Schicht. Kritiker waren jedoch der Meinung, dass die schöne, unterhaltende Literatur zu wenig Ernsthaftigkeit vermittelte. Auch heute vertreten einige Kritiker diese Meinung. Deshalb teilen sie oft die Werke in unterhaltende und ernsthafte Literatur ein, obwohl es da keine eindeutigen Grenzen gibt. In der Buchbranche werden deshalb alle Werke unter Belletristik geführt, die nicht zu der wissenschaftlichen oder der nichtfiktionalen Literatur gezählt werden. Kinder- und Jugendliteratur wird seltsamer Weise jedoch nicht der Belletristik zugeordnet.

Belletristik macht etwas mehr als 30 Prozent des Gesamtumsatzes im Buchhandel in Deutschland aus, im Taschenbuchmarkt sogar fast die Hälfte. Der Umsatz dieses Segments ist 2019 leicht gestiegen. Ebenso die Erlöse, die mit E-Books auf dem Belletristikmarkt in Deutschland erzielt wurden. Diese Erlöse, die im Jahr 2009 mit E-Books in der Sparte der Belletristik realisiert worden sind, lagen bei etwa drei Millionen Euro, 2017 waren es bereits 204 Millionen Euro. Prognosen für die nächsten Jahre bestätigen sogar ein weiteres Wachstum in diesem Bereich. Im Jahr 2023 wird in Deutschland ein Umsatz von 4,47 Milliarden Euro im Bereich der Belletristik erwartet. E-Books versprechen 2023 einen Umsatz von 256 Millionen Euro auf dem deutschen Markt für Belletristik. Eine Umfrage aus dem Jahr 2018 ergab bereits, dass die Deutschen vermehrt E-Books zum Lesen von Romanen nutzen.

Der Gesamtumsatz der Belletristik in Deutschland setzt sich aus verschiedenen belletristischen Werken zusammen. Die erzählende Literatur hatte im Jahr 2018 mit über 51 Prozent den größten Anteil. Danach folgten Spannungsromane mit fast 25 Prozent, Comic, Cartoon, Humor und Satire mit 8,6 Prozent und Science-Fiction und Fantasy mit 5,5 Prozent. Lyrik und Dramatik machten gerade mal ein Prozent aus. Allerdings werden Kinderbücher nicht zur Belletristik gezählt. Sie werden separat betrachtet, obwohl die meisten eigentlich die belletristischen Kriterien erfüllen.

Belletristik ist in jeder Altersgruppe beliebt. Die meisten Menschen wollen sich durchs Lesen unterhalten fühlen und greifen daher eher zu fiktionalen Romanen statt zu wissenschaftlicher Literatur. Das Angebot ist breit gefächert. Es gibt zahlreiche verschiedene Genres, wie zum Beispiel Fantasy und Sciene-Fiction, Liebesromane oder Thriller, sodass für jede Vorliebe die passende Geschichte zu finden ist.