Jugendbücher

Zielgruppe der Jugendbücher sind meistens junge Leute im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren. Häufig haben die fiktionalen Geschichten eine jugendliche Hauptfigur, oft eine Person, die eher als Außenseiter wahrgenommen wird, mit der sich die jungen Leserinnen und Leser gut identifizieren können. Denn im Laufe der Handlung machen die Protagonisten Erfahrungen, die fast jeder Jugendliche auf dem Weg des Erwachsenwerdens macht, wie zum Beispiel die erste große Liebe, Freundschaft, Mobbing, Highschool-Dramen oder jegliche Herausforderungen und Probleme, die man in dem Alter zu meistern hat. Das Gefühlsleben und der Alltag des Protagonisten sind der Mittelpunkt der Geschichte. Den jungen Leserinnen und Lesern wird damit gezeigt, dass sie mit ihren Problemen, Ängsten und Sorgen nicht allein sind, dass das, was sie erleben ganz normal ist und meist bekommen sie durch die Bücher Denkanstöße, wie sie ihre Probleme lösen können. Solche Bücher klären auf und helfen den Jugendlichen bei der Identitätsfindung. Manchmal wird die Jugendliteratur deshalb auch als Coming-of-Age-Literatur oder Problemliteratur betitelt.
Die Jugendliteratur deckt alle Genres ab. Von Liebesromanen über Thriller bis hin zu Fantasy und Science-Fiction. Doch Jugendromane erreichen nicht nur die jugendlichen Leser, sondern auch viele Erwachsene. Romane von J.K. Rowling, Cornelia Funke oder Stephenie Meyer sind das beste Beispiel dafür. Seit „Harry Potter“ auf den Buchmarkt kam und einen regelrechten Medienrummel ausgelöst hat, tauchen immer mehr Jugendbücher in den Bestseller-Listen auf. Durch J.K. Rowlings Bestseller sind der Jugendliteratur kaum noch Grenzen gesetzt. Sie geht nahezu fließend in die der Erwachsenen über. So begeisterten Fantasy-Romane wie „Tintenherz“ von Cornelia Funke, „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins oder die Biss-Reihe von Stephenie Meyer sowohl junge als auch ältere Leserinnen und Leser. Aus diesem Grund werden solche Bücher auch als „All Age“-Literatur bezeichnet. Doch natürlich gibt es in dem Jugendgenre auch Bücher, bei denen speziell auf die jugendlichen Interessen Rücksicht genommen wird. Dabei werden erotische Szenen, Gewaltsituationen oder extrem sozialkritische Themen ausgelassen. Bei Jugendlichen ist die Kombination von Romantik und Fantasy besonders beliebt, wie zum Beispiel bei „Twilight“, dem Klassiker in dem Gebiet.

Doch warum greifen immer mehr Erwachsene zu Jugendbüchern? Besonders zu denen des Fantasy-Genres? Durch die fantastischen Geschichten leben die Leser für eine Zeit lang in einer anderen Welt und können ihrem Alltag und ihren Sorgen entkommen. Jugendbücher müssen nicht den Ansprüchen genügen wie Erwachsenenbücher. Sie müssen nicht unbedingt logisch oder gesellschaftskritisch sein. Sie sind völlig frei, unschuldig und verspielt. Dadurch können neue, perfekte Welten und naive Geschichten konstruiert werden. Und gerade das lässt die Leser die so triste und komplizierte Realität vergessen. Denn je mehr man im Alter die Welt kennen und verstehen lernt, desto mehr verliert man die Fantasie. Viele Erwachsene lieben es außerdem, die Welt noch einmal durch die Augen der unbefleckten Jugendlichen zu sehen. Sie können ihre ersten jugendlichen Erfahrungen noch einmal machen und sich wieder jung fühlen und ihre kindliche Fantasie ausleben. Und die Jugendlichen selbst können die Protagonisten als Vorbild nehmen und sich mit ihnen identifizieren.

Durch Jugendbücher lernen die jungen Leute ihre Welt besser kennen und verstehen und können sich von ihrem Alltag ablenken lassen oder sich einfach unterhalten fühlen. Erwachsene können mit den Büchern noch mal erleben, wie es ist so jung zu sein, Erinnerungen noch mal aufleben lassen und Abstand vom schnelllebigen Arbeitsalltag gewinnen.